Category Archives: Politik

Ringvorlesung: Social Engineering & Co.: Die sozialpsychologischen Grundlagen der Manipulation

Am Dienstag 14.06.2011 findet mal wieder ein Vortrag der Mash-HSG statt im G10-R460. Thema diesmal:

Stefan Schumacher: Social Engineering & Co.: Die sozialpsychologischen Grundlagen der Manipulation

Social-Engineering ist eine Angriffsstrategie, die nicht die Technik als Opfer auserkoren hat. Stattdessen wird hier viel lieber – und vor allem effizienter – der Mensch, bzw. sein Verhalten angegriffen. Ein Angreifer verwendet verschiedene Strategien und Taktiken, um aus Benutzern der Systeme Informationen wie Passwörter oder IP-Adressen herauszuholen. Mithilfe dieser Informationen kann er erfolgreiche Angriffe gegen Zielsysteme fahren. Dieser Vortrag zeigt, wie Social-Engineering funktioniert und erklärt die zugrundeliegenden Tricks und Kniffe anhand sozialpsychologischer Studien und Experimente. Außerdem werden Beispiele,Warnsignale und Gegenmaßnahmen vorgestellt. Der Vortrag richtet sich an Sicherheitsverantwortliche und Systemadministratoren, die verstehen wollen, wie Social-Engineering funktioniert und dieses Wissen in ihre Sicherheitsmaßnahmen integrieren wollen. Vorgestellt werden die sozialpsychologischen Grundlagen der Psychologie der Manipulation.

Weitere Links und Literatur:

  • Stefan Schumacher: Die psychologischen Grundlagen des Social-Engineering. Magdeburger Journal zur Sicherheitsforschung www.wissens-werk.de/index.php/mjs/article/viewFile/74/40
  • Stefan Schumacher: ”Die Psychologischen Grundlagen des Social-Engineering.” In: ”Proceedings. GUUG Frühjahrsfachgespräches 2009, 10.–13. März 2009, Hochschule Karlsruhe.” GUUG, München 2009, ISBN 978-3-86541-322-2, S. 77–98 (”UpTimes” 1, 2009).
  • Stefan Schumacher: ”Admins Albtraum. Die psychologischen Grundlagen des Social Engineering.” Teil 1. In: ”Informationsdienst IT-Grundschutz.” 7, 2009, (ISSN1862-4375), S. 11–13,grundschutz.info/fileadmin/kundenbereich/Dokumente/Grundschutz_7-2009_11_13.pdf (PDF; 1,16 MB).
  • Stefan Schumacher: ”Admins Albtraum. Die psychologischen Grundlagen des Social Engineering.” Teil 2. In: ”Informationsdienst IT-Grundschutz.” 8, 2009, S. 8–9,grundschutz.info/fileadmin/kundenbereich/Dokumente/Grundschutz_8-2009_8_9.pdf (PDF; 628 KB).
  • Stefan Schumacher: ”Admins Albtraum. Die psychologischen Grundlagen des Social Engineering.” Teil 3. In: ”Informationsdienst IT-Grundschutz.” 10, 2009, S. 21–22.
  • Stefan Schumacher: ”Psychologische Grundlagen des Social Engineering.” In: ”Die Datenschleuder.” 94, 2010, ISSN 0930-1054, S. 52–59, ds.ccc.de/pdfs/ds094.pdf .

Ringvorlesung: vom Cyberkriege

Auch diese Woche gibt es wieder einen Vortrag der Mash-Hochschulgruppe, Beginn  19 Uhr im G10-R460.

 

Livestream gibt es hier: http://www.ustream.tv/channel/sicherheitsforschung-magdeburg

Stefan Schumacher: vom Cyberkriege

Der Vortrag untersucht die Frage, ob ein Krieg im Cyberspace überhaupt

möglich ist. Dazu stütze ich mich auf die Kriegs-Definitionen die Clausewitz aufgestellt hat und wende diese auf die aktuelle Cyberwar-Diskussion an. Ich stelle die aktuellen technischen Möglichkeiten für Cyberattacken in einem kurzen Überblick vor und zeige, wie sich durch die ausbreitende Technik Angriffsvektoren für Cyberattacken öffnen. Außerdem zeige ich, welchen Einfluss die gegenwärtige Entwicklung auf militärische Strategien hat.

Weitere Links und Literatur

Ringvorlesung Informationstechnologie und Sicherheitspolitik

Die MASH Hochschulgruppe veranstaltet dieses Sommersemester wieder eine Ringvorlesung mit Themen Rund um die Sicherheitspolitik. Im Wintersemester waren die Vorträge leider nur recht überschaubar besucht, obwohl die Themen super waren.

Die Vorträge beginnen wie im letzten Semester dienstags, 19 Uhr im

Gebäude 10, Raum 460 der Uni.

Das Programm sieht wie folgt aus:

  • Dienstag, 31.05.: Stefan Schumacher: Big Brother is watching you - Überwachung im Internet.
    *update* Ich habe eine Aufzeichnung des Vortrages online gestellt:
  • Dienstag, 07.06.: Stefan Schumacher: Vom Cyber-Kriege
  • Dienstag, 14.06.: Stefan Schumacher: Social Engineering & Co.: Die sozialpsychologischen Grundlagen der Manipulation
  • Dienstag, 21.06.: Stefan Schumacher: Zu einer Didaktik der Sicherheit
  • Dienstag, 28.06.: Karsten Steinmetz und Köksal Caliskan: e-Revolutionen im arabischen Raum
  • Dienstag, 05.07.: Jens Holze: Die Hackerkultur und ihre Bedeutung für die Open Source Bewegung

Unter http://www.sicherheitspolitik.net findet ihr das ausführliche Programm sowie die Anfahrtsbeschreibung.

Bildung ist keine Ware

Das die folgende Nachicht aus der Volksstimme vom 29.03.2011 hat den Studierendenrat zu Veröffentlichung einer Stellungsnahme aufgefordert:

Zitat aus dem Volksstimmeartikel:

Im Gespräch ist jetzt auch, dass der dem Kultusministerium zugeordnete Hochschulbereich an das Wirtschaftsministerium gehen könnte. Dieses Planspiel gilt für den Fall, dass das derzeit CDU-geführte Kultusministerium tatsächlich an die SPD gehen sollte. Dann würde die bisherige Kultusministerin Birgitta Wolff neue Chefin des Wirtschaftsressorts.

PM des Sturas im Wortlaut:

Bildung ist keine Ware

Der Studierendenrat der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg spricht sich entschieden gegen die Verlegung der Zuständigkeit für Hochschulangelegenheiten und Wissenschaft vom Kultusministerium in das Wirtschaftsministerium aus. Bildung ist ein zentrales Kulturgut und kein reiner Wirtschaftsfaktor. Findet die besagte Verlegung statt, führt dies unweigerlich zu einer Begünstigung wirtschaftsorientierter Studiengänge und einer Vernachlässigung der für die soziokulturelle und gesellschaftspolitische Entwicklung unentbehrlichen Humanwissenschaften.

Ist der Sinn dieser Maßnahme etwa, eine weitere Kürzung der Regelstudienzeiten zu bewirken und somit den Studierenden die Möglichkeit zu nehmen, sich ganzheitlich zu entwickeln, sich ehrenamtlich zu engagieren und somit über ihr Fachwissen hinaus zu einem gesellschaftlichen Mehrwert beitragen zu können? Oder sollen Forschung und Lehre abhängig vom wirtschaftlichen Profitstreben einzelner Akteure gemacht werden, was zu einer noch einseitigeren Förderung von bestimmten Studiengängen führt?

Die Forderung nach weiterer Kürzung der Studienzeit scheint dem generellen kurzfristigen Denken aus wirtschaftlichen Erwägungen immer näher zu kommen und somit dem Prinzip von Lehre und Bildung, als ein langfristiges und nachhaltiges Entwicklungsmodell, zu widersprechen. Politik darf nicht abhängig von Personen betrieben werden, sondern muss sich nach den fachlichen Zuständigkeiten richten. Solche politischen Taschenspielertricks sind für eine Regierungskoalition, die Verantwortung für die Zukunft übernehmen will, nicht tragbar.

Jegliche Erklärung scheint unplausibel und undurchsichtig. Die Entscheidung für eine solche Verlegung ist intransparent und die Folgen unausweichlich. Die Richtung, die die Politik damit einschlägt, ist auf jeden Fall weit weg von dem was Bildung darstellt. „Jeder hat ein Recht auf Bildung. [...] Die Bildung muss auf die volle Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit [...] gerichtet sein“ ( Artikel 26 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte). Wissenschaft und Bildung benötigen für die Entfaltung Unabhängigkeit von Effizienzdenken und stringenter wirtschaftlicher Gewinnmaximierung. Nur wenn Bildung als Selbstzweck erhalten bleibt, kann gewährleistet werden, dass neben der fachlichen Kompetenz auch ein Mehrwert für die Gesellschaft entsteht. „Zu dieser Bildung ist Freiheit die erste unerlässliche Bedingung“ (Wilhelm von Humboldt)

Der Studierendenrat der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg
http://www.stura-md.de/

geplante Obsoleszenz

Auf Arte lief diese Woche die spannende Dokumentation Kaufen für die Müllhalde.

Die geplante Nutzungsdauer eines Produktes wird seit den 1920ern von den Herstellern von Konsumprodukten künstlich beschränkt mit dem Ziel, das Wirtschaftswachstum kontinuierlich zu halten oder zu steigern. Der Fachbegriff für diese absichtlich verkürzte Lebensdauer ist geplante Obsoleszenz.

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bpt10 Chemnitz


Dieses Wochende fand in Chemnitz an der Universität der programatische Parteitag der Piratenpartei statt.

Von den 350 Anträgen wurden insgesamt leider nur 75 Anträge an 2 Tagen behandelt.

Ich persöhnlich finde den Antrag GP50, welcher mit 2/3 Mehrheit beschlossen wurde und damit ins  Positionspapier Grundsatzprogramm kommt, am besten. Dort geht es um das Recht auf sichere Existenz und gesellschaftliche Teilhabe.

Es wird beantragt, das Parteiprogramm der Piratenpartei Deutschland um ein Kapitel zu Wirtschaft und Soziales zu erweitern. Die Piratenpartei Deutschland möge hierfür den folgenden Text in ihr Parteiprogramm aufnehmen:
Recht auf sichere Existenz und gesellschaftliche Teilhabe
Jeder Mensch hat das Recht auf eine sichere Existenz und gesellschaftliche Teilhabe.
Die Würde des Menschen zu achten und zu schützen ist das wichtigste Gebot des Grundgesetzes. Ein Mensch kann nur in Würde leben, wenn für seine Grundbedürfnisse gesorgt und ihm gesellschaftliche Teilhabe möglich ist. In unserer Geldwirtschaft ist dazu ein Einkommen notwendig.
Wenn ein Einkommen nur durch Arbeit erzielt werden kann, muss zur Sicherung der Würde aller Menschen Vollbeschäftigung herrschen. Unter dieser Voraussetzung ist Vollbeschäftigung bislang ein großes Ziel der Wirtschaftspolitik. Sie wird auf zwei Wegen zu erreichen versucht: durch wirtschaftsfördernde Maßnahmen mit dem Ziel der Schaffung von Arbeitsplätzen oder durch staatlich finanzierte Arbeitsplätze mit dem vorrangigem Ziel der Existenzsicherung. Beide sind Umwege und verlangen umfangreiche öffentliche Mittel.
Wenn jedoch öffentliche Mittel eingesetzt werden, muss dies möglichst zielführend geschehen. Da das Ziel ein Einkommen zur Existenzsicherung für jeden ist, sollte dieses Einkommen jedem direkt garantiert werden. Nur dadurch ist die Würde jedes Menschen ausnahmslos gesichert. So wie heute bereits u.a. öffentliche Sicherheit, Verkehrswege und weite Teile des Bildungssystems ohne direkte Gegenleistung zur Verfügung gestellt werden, soll auch Existenzsicherung Teil der Infrastruktur werden.
Wir Piraten sind der Überzeugung, dass die überwältigende Mehrheit der Menschen eine sichere Existenz als Grundlage für die Entfaltung ihrer wirtschaftlichen und sozialen Potenziale nutzen wird. Sichere Existenz schafft einen Freiraum für selbstbestimmte Bildung und Forschung sowie wirtschaftliche Innovation. Sie erleichtert und ermöglicht ehrenamtliches Engagement, beispielsweise die Pflege von Angehörigen, die Fürsorge für Kinder, unabhängigen Journalismus, politische Aktivität oder die Schaffung von Kunst und Freier Software. Davon profitiert die ganze Gesellschaft.
Die Piratenpartei setzt sich daher für Lösungen ein, die eine sichere Existenz und gesellschaftliche Teilhabe individuell und bedingungslos garantieren und dabei auch wirtschaftliche Freiheit erhalten und ermöglichen. Wir wollen Armut verhindern, nicht Reichtum.
Somit haben wir als erste Partei uns für eine bedingungslose Grundsicherung ausgesprochen. Ob dies nun als Grundeinkommen oder anderer Art umgesetzt wird wird sich in der Debatte zeigen.
Mit diesen Antrag haben wir uns eine lohnenswertes langfristiges Ziel gegeben – spätestens ab jetzt kann man uns in den Mainstreammedien nicht mehr als “Einthemenpartei” bezeichnen.
weiter wichtige Beschlüsse waren: Nachhaltige Wirtschaft, weniger Umweltverschmutzung, ausschliesslich regenerative Energien, dezentrale Energieerzeuger, Atomausstieg, Ablehnung Gorleben als Endlager, Schutz von Whistleblowern, keine fliegenden Gerichtsstände bei z.B. Internetprozessen, Kennzeichnung von Polizisten, Rücknahme der Einschränkungen der Versammlungsfreiheit.

Die genaue Zusammenfassung der beschlossenen Anträge findet man im wiki. (Antragskomission: Ergebnis)

Protokoll (ausführlich) Tag 1 | Tag 2

weitere Fotos gibt es auf u.A. auf flickr

Generell muss ich sagen das nach den anfänglichen Problemen doch erstaunlich viele sehr gute Anträge verabschiedet wurden. Ein Dank geht an die Organisatoren des BPT und an die Antragskomission und den Erstellern der GO, durch die viele unnötige GOA verhindert wurden.

FAZIT: mit der richtigen Vorbereitung und einem effektiven Trollfilter schafft(e) man mehr Inhalt als in Bingen.

Grundeinkommen

Hr2 Der Tag hat sich in der letzten Woche mit dem Grundeinkommen ausführlich beschäftigt.
äußerst hörenswert!

Grundeinkommen für alle: das Ende des Sozialstaats

Jetzt befasst sich der Bundestag mit einer Idee, die viele als spinnerte Utopie abtun. Das bedingungslose Grundeinkommen hat es bis vor den Petitionsausschuss ge-schafft. Und der soll nun befinden, ob wir uns das leisten können und wollen: Ein-kommen ohne Gegenleistung und ohne Kontrolle. Unsere Arbeitsgesellschaft würde zusammenbrechen, sagen die Gegner. Weil der Mensch im Grunde faul und arbeitsscheu ist. Unsere Arbeitsgesellschaft würde humaner, sagen die Befürworter. Weil der Mensch im Grunde schaffen und nützlich sein will. Weshalb wir uns auch die gesamte Sozialverwaltung mit ihrer unwürdigen Kontrolle sparen können.

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